Insgesamt waren wir als SKV sehr zufrieden und bedanken uns bei den Kandidaten und den zahlreichen Gästen und natürlich bei der Franz Mehlhose.
Auf der Bühne waren:
Bausewein (SPD), Walsmann (CDU), Stange (LINKE), Thumfart (Grüne), Stassny (Freie Wähler/Piraten) oder Perdelwitz (Wählerinititative Mehrwertstadt), der Kandidat der FDP hat 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn aus privaten Gründen abgesagt.
Im Folgenden die Kernaussagen der vertretenen Kandidaten zu den gestellten kulturpolitischen Fragen.

Perdelwitz will städtische Immobilien nicht an den Höchstbietenden verkaufen, sondern bei der Vergabe auch das Konzept der Nutzung mit einfließen lassen. So wird dies bereits in mehreren deutschen Städten gehandhabt.
Bausewein findet, dass zu wenig Geld der kulturellen Projektförderung beigemessen wird.
Thumfart will eine Stelle für museumspädagogische Arbeit schaffen, um Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern für Museen zu gewinnen.
Stange fordert, dass das Kulturkonzept endlich umgesetzt werden soll, um unter anderem die festgeschriebene Verfahrensweise einer Prüfung einer kulturellen Nutzung vor dem Verkauf von städtischen Immobilien anzuwenden.
Walsmann: Die Freie Szene genießt nicht die Aufmerksamkeit die sie verdient hat. So sollten zum Beispiel städtische Räume zur temporären Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollte das Kulturkonzept mehr auf die Freie Szene ausgerichtet werden.
Walsmann will sich für mehr legale Graffitiflächen in der Stadt einsetzen, die Sachbeschädigung von privaten Eigentum ist jedoch ein nichtverhandelbares Tabu.
Thumfart: Beteiligte wie zum Beispiel die Initiative OQ-Paint müssen beim Thema Graffiti mehr eingebunden werden, um auf deren Kenntnisse und Nähe zur Szene zu setzen. Auch soll die Graffiti AG wieder ins Leben gerufen werden.
Stange will mehr konkrete Flächen für legales Graffiti benennen.
Bausewein: Es ist viel entstanden in der Freien Szene in den letzten Jahren. 68.000 Euro, vorgesehen im Haushalt für die kulturelle Projektförderung in 2017, sind lächerlich. Größere Summen müssen in Zukunft bereitgestellt werden. Kultur ist derzeit leider keine Pflichtaufgabe. Der Haushalt muss viele klassische Pflichten abdecken, Kultur kommt dabei automatisch zu kurz, daher soll Kultur in der nächsten Legislatur zur Pflichtaufgabe werden. Erfurt geht es finanziell besser, die Haushaltsstelle Kulturförderung soll daher aufgestockt werden.
Walsmann wirft Bausewein Missmanagement bei der Installierung einer Multifunktionsarena vor. Es sollte kein Steuergeld für Fussball, sondern mehr für Kultur und Schulen ausgegeben werden.
Bausewein: Auch Fußball ist Kultur. Man sollte nicht Kultur gegen Fußball ausspielen.
Thumfart: Bei einem städtischen Haushalt von 680 Millionen in 2017, sind 68.000 Euro für die kulturelle Projektförderung viel zu wenig. Er fordert daher beim kommenden Haushaltsentwurf, welchen der OB vorlegt, 200.000 Euro für die kulturelle Projektförderung vorzusehen.
Perdelwitz: Querdenker sind gefordert!
Perdelwitz zur kulturfreundlichen Stadtverwaltung: Das Grundverständnis von Kultur muss in die Verwaltung getragen werde – von oberster Stelle.
Walsmann: Kultur braucht Planungssicherheit.
Stange: Es müsse in Zukunft Mittel für zwei oder drei Kulturlotsen zur Verfügung gestellt werden. Es muss erkannt werden, dass Kultur nicht nur kostet, sondern auch Mehrwert schafft.
Thumfart: Erfurt verdankt der Freien Szene Pluralität. Die Verwaltung muss bereit für mehr Kultur sein. Die SKV (Ständige Kulturvertretung) sollte zwei Stimmen/Sitze im Kulturausschuss bekommen.
Bausewein fordert Planungssicherheit für die Antragsteller der Freien Szene bei der Vergabe von Fördergeldern. Zum 01.01. eines Jahres muss der Haushalt stehen und das vorgesehene Geld zur Verfügung gestellt werden. Trotzdem muss er die Verwaltung in Schutz nehmen, welche gegenüber der Kultur bereits aufgeschlossen ist. Beispiel Zughafen: Das Gelände und Gebäude wurde durch die Stadt von der Bahn abgekauft, um es den Betreibern kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Auch wurde das Schauspielhaus günstig der Genossenschaft zum Kauf angeboten, anstatt es im freien Markt zu verkaufen. Er ist zudem dafür öffentliche Räume für temporäre Veranstaltungen frei zu geben.
Stassny: Es sollte schlicht gemacht werden, was bereits beschlossen wurde. Auch er spricht sich für einen Sitz der SKV im Kulturausschuss aus. Das aktuelle Kulturkonzept befindet er für gut, jedoch muss dieses auch angewendet werden. Versprechen müssen eingelöst werden.

 

Juliane Grossmann
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Moderatorin hier auf der Seite, Texterin, Illustratorin und Tätowieren in der richtigen Welt, Teil der Ständigen Kulturvertretung. info@juliane-grossmann.de

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